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FAQ zum Dümmer - Fischsterben

Warum werden im Frühjahr oft (besonders große) einzelne tote Fische angeschwemmt?

Das Fischsterben, das (vereinzelt) im Frühjahr und (lokal verstärkt) erst im Sommer 2011 stattgefunden hat, erklärt daher nicht den derzeit geringen Fischbestand im Dümmer (siehe Fischbestand). Eine fischereibiologische Untersuchung soll hierüber im Jahr 2012 neue Erkenntnisse liefern.
Das Phänomen eines Fischsterbens im Frühjahr - von dem insbesondere größere Brassen betroffen sind – wurde in den zurückliegenden Jahrzehnten auch in anderen niedersächsischen Seen (z.B. Steinhuder Meer) regelmäßig von den Fischern beobachtet und wird auf den Stress sowie Verletzungen der Tiere während des Laichzeit zurückgeführt. Der oft zeitgleiche sprunghafte Anstieg der Wassertemperatur im Wasserkörper von Flachseen scheint die großen Brassen dabei zusätzlich zu schwächen.

siehe Fischbestand

Literatur:

Leitfaden Maßnahmenplanung Oberflächengewässer Teil B Stillgewässer – Seebericht Dümmer

Warum kommt es im Hochsommer zu solchem Fischsterben wie in 2011?

Häufig gegen Ende einer Massenentwicklung planktischer Blaualgen kommt es zunehmend zum Absterben erheblicher Biomassen. Bei windstillen Wetterlagen mit geringer Wasserbewegung treiben die Blaualgen auf und sammeln sich an der Wasseroberfläche, wo sie eine geschlossene, lichtabschattende Schicht bilden. Die Algen an der Oberfläche sterben durch zu hohe Lichtintensität ab ("Sonnenbrand"). Die Algen darunter können wegen Lichtmangels keinen Sauerstoff mehr produzieren, aber veratmen zur Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen im Wasser gelösten Sauerstoff. Schließlich sterben auch sie bei anhaltendem Lichtmangel ab. Die bei den hohen Wassertemperaturen intensivierten bakteriellen Abbauprozesse des abgestorbenen organischen Materials führen zu einem zusätzlichen Sauerstoffverbrauch. Somit kommt es sehr schnell zu einem Sauerstoffmangel und schließlich zum totalen Sauerststoffschwund im Wasserkörper. Insbesondere in den ufernahen Buchtbereichen, wo sich größere Blaualgenmassen aufkonzentriert haben, kann es dann zu einem lokalem Fischsterben kommen, zumal wegen des fehlenden Windes, geringer Wasserbewegung und der "Absperrung" der Wasseroberfläche gegen die Luft durch aufgetriebene Blaualgen keine "physikalische Belüftung" des Wasserkörpers mehr stattfinden kann (vgl. Blaualgen). Bereits wenige hundert Meter vom Ufer entfernt, konnten im Sommer 2011 jedoch zeitgleich deutlich höhere Sauerstoffgehalte im freien Wasserkörper des Sees gemessen werden, so dass von diesen lokalen Ereignissen keineswegs der gesamte Fischbestand des Dümmers betroffen war.

siehe Blaualgen



Was kann man gegen das Fischsterben machen?

Gegen die extreme Sauerstoffzehrung insbesondere infolge der mikrobiellen Abbauprozesse bei Anlandungen großer Biomassen von abgestorbenen Blaualgen, könnten (wenn überhaupt) nur lokale Maßnahmen - die mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden sind und diese extremen Anlandungen verhindern - Linderung verschaffen. Inwiefern z.B. ein Belüftung von Teilen der Lohne oder von Hafenbecken umsetzbar ist, wird derzeit geprüft und im Dümmer-Beirat diskutiert. Denkbar wäre auch eine Verdünnung durch Einleitung von sauerstoffreicheren Wassers in die Lohne.

Grundsätzlich und nachhaltig ist das Problem jedoch nur über eine weitergehende Reduzierung der Phosphoreinträge in den Dümmer zu lösen. Erst bei deutlich geringeren Phosphorkonzentrationen im Seewasser sind derartige langanhaltende Blaualgenmassenentwicklungen – wie im Spätsommer 2011 – nicht mehr möglich.


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