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Katasteramt Brake schließt nach 150 Jahren

Katasteramt Brake schließt   Bildrechte: LGLN
Katasteramt Brake schließt   Bildrechte: LGLN

Das Landeskabinett hat im Mai 2025 eine neue Standortstruktur der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung beschlossen. Das neue Standortkonzept umfasst die Auflösung von 14 der 53 Katasterämter des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) und deren Zusammenlegung mit anderen Standorten. Einer der betroffenen Standorte ist das Katasteramt in Brake am Schrabberdeich 43, es wird mit dem Katasteramt Oldenburg zusammengelegt. Die 17 Beschäftigten des Katasteramtes Brake lösen den Standort offiziell am 23. Januar 2026 auf und finden ihre neue Heimat am Stau 3 in Oldenburg. Beide Dienststellen sind bis dato Teil der Regionaldirektion Oldenburg-Cloppenburg des LGLN.

Das Katasteramt Brake gehört mit zu den ältesten Katasterdienststellen der Region mit Wurzeln in der Zeit des Großherzogtums Oldenburg. Im Jahre 1867 wurde der sogenannte Fortschreibungsdistrikt Brake eingerichtet. In den Jahre 1923 und 1933 kamen jeweils die Ämter Elsfleth und Butjadingen hinzu und bildeten fortan das Katasteramt Brake. Es befand sich zunächst in der Schulstraße 6, ab 1933 in der Georgstraße 7 (Eichendorfschule) und von 1949 bis 1969 in der Breiten Straße 10, gegenüber dem Schifffahrtsmuseum. Eine Plakette an diesem Haus erinnert noch heute daran. 1969 zog das Katasteramt dann in das neu geschaffene Behördenviertel in Brake. Gelegen gegenüber der Kreisverwaltung und in direkter Nachbarschaft zur Polizei, war das Katasteramt hier mit 56 Jahren die längste Zeit beheimatet. Zu Spitzenzeiten arbeiteten in der Dienststelle bis zu 50 Vermesserinnen und Vermesser. Ihr Amtsbezirk umfasste die gesamte Wesermarsch von Langwarden bis Altenesch, von Jade bis Brake. Selbst die Vogelinsel Mellum gehörte zum Amtsbezirk und hat vielleicht zu einem der abenteuerlichsten Vermessungseinsätze in der Geschichte des Katasteramtes Brake geführt.

Der Auftrag war, auf Mellum Signalisierungspunkte für eine Luftbildbefliegung zu markieren. Der Kirchturm auf dem Festland in Langwarden diente dabei zur Orientierung, denn GPS gab es im Jahr 1989, als dieses Abenteuer stattfand, noch nicht im Katasteramt Brake. Mit Boten und in Wathosen wurden zwei Vermessungstrupps über zwei Wochen täglich von Wilhelmshaven aus zur Insel übergesetzt. Mit den Instrumenten über dem Kopf ging es die letzten Meter, bei ablaufendem Wasser, durch das Watt zu Fuß an Land und vor der Flut wieder zurück. Es war Februar und eine Übernachtung auf der Insel kam wegen zahlreicher vierbeiniger Mitbewohner im Vogelwärterhaus, wie Ratten und Mäuse, nicht in Betracht. Kräftezehrende Märsche, die Kälte der Wintersturmzeit auf der Nordsee, sowie schnell volllaufende Priele machten diesen Einsatz zu einem nicht ganz ungefährlichen Unterfangen und dennoch zu einem unvergesslichen Abenteuer für alle Beteiligten. Es blieb übrigens ein einmaliges Erlebnis, denn heute, im Zeitalter von Laserscanbefliegungen, wird die Insel vollständig aus der Luft vermessen.

Nach 150 Jahren neigt sich die Zeit des Katasteramtes Brake nun dem Ende zu, eine Institution verlässt den Landkreis Wesermarsch. Hier übernimmt jetzt das Katasteramt Oldenburg und wird neuer Partner von Kommunen und Amtsgerichten in der Region sein. Auch die Zusammenarbeit der Vermessungs- und Katasterverwaltung mit Wohnungsbau­gesellschaften, Unternehmen, Verbänden und Vereinen kann uneingeschränkt fortgesetzt werden. Und das Katasteramt Oldenburg ist nicht zuletzt zukünftig Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Wesermarsch. Die zunehmende Digitalisierung und viele neue Onlinedienste machen dies möglich.

Zur Regionaldirektion Oldenburg-Cloppenburg des LGLN werden künftig noch fünf statt bisher sieben Katasterämter gehören. Der Standort Delmenhorst wird zum 1. März 2026 ebenfalls geschlossen und mit dem Katasteramt Wildeshausen zusammengelegt. Die verbleibenden Katasterämter in Oldenburg, Cloppenburg, Vechta, Westerstede und Wildeshausen sind dann personell optimal ausgestattet und nehmen in ihren jeweiligen Regionen weiterhin wie gewohnt die gesetzlichen Daseins- und Versorgungsaufgaben des amtlichen Vermessungswesens wahr. Sie bieten unter anderem Vermessungsdienstleistungen an, zum Beispiel Gebäudeeinmessungen, Grundstücksteilungen, Grenzfeststellungen oder die Erstellung von amtlichen Lageplänen. Diese Dienstleistungen können jederzeit über Anträge im Niedersächsischen Antragssystem für Verwaltungsleistungen Online (NAVO) beauftragt werden. Über den Dienst Katasterkarten-online sind amtliche Kartenauszüge (z.B. für Kreditanträge, Bauvoranfragen, Immobilienkäufe oder Ortspläne) im Internet verfügbar. Aber auch für weiteren Aufgaben, wie zum Beispiel die Wertermittlung für Immobilien, Durchführung von Bodenordnungsverfahren in Kommunen oder die Bereitstellung und Dienstleistungen rund um Geobasisdaten, sind die verbleibenden Standorte für die Zukunft bestens gerüstet.

Hintergrund zur neuen Standortstruktur der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung, Pressemitteilung des Kabinetts vom 19.05.2025

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Artikel-Informationen

erstellt am:
14.01.2026

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