Artikel-Informationen
erstellt am:
11.02.2026
Das Landeskabinett hat im Mai 2025 eine neue Standortstruktur der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung beschlossen. Das neue Standortkonzept umfasst die Auflösung von 14 der 53 Katasterämter des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) und deren Zusammenlegung mit anderen Standorten. Einer der betroffenen Standorte ist das Katasteramt in Delmenhorst am Bismarckplatz 3, es wird mit dem Katasteramt Wildeshausen zusammengelegt. Die 15 Beschäftigten lösen den Standort offiziell am 20. Februar 2026 auf und finden eine neue Heimat am Katasterstandort Wildeshausen, der wie der Standort Delmenhorst Teil der Regionaldirektion Oldenburg-Cloppenburg des LGLN ist.
Die Katasterämter Delmenhorst und Wildeshausen haben eine über hundertjährige lange gemeinsame Geschichte. Aus dem sogenannten Fortschreibungsdistrikt Delmenhorst, der seit 1866 bestand und die Ämter Berne, Delmenhorst und Wildeshausen umfasste, wurde um 1919 das Katasteramt Delmenhorst, mit unverändertem Dienstbezirk. Aber nur bis 1933. Da übernahm das Katasteramt Wildeshausen die Zuständigkeit für die damalige „Stadtgemeinde Delmenhorst“ und schloss die dortige Dependance. Dieser Zustand hielt 16 Jahre, dann wurde das Katasteramt Delmenhorst reaktiviert und fungierte fortan in der Langen Straße 56 als Außenstelle des Katasteramtes Wildeshausen mit der Zuständigkeit für die Stadt Delmenhorst und die Gemeinde Ganderkesee. Weitere 15 Jahre später (1964) fand ein „Bäumchen wechsel dich“ statt. Beide Häuser tauschten die Verantwortung, das Katasteramt Delmenhorst wurde Hauptstelle und das Katasteramt Wildeshausen zur Außenstelle. Die Delmenhorster zogen 1973 in die Lange Straße 1A, in den 5. Stock des sogenannten „City-Centers“ und schließlich 1989 in das Gebäude Bismarckplatz 3, wo es sich heute noch befindet.
1992 trennten sich die Katasterämter Delmenhorst und Wildeshausen wieder und wurden eigenständige Behörden. Zu dieser Zeit waren in Delmenhorst rund 35 Personen beschäftigt, aber seitdem reduzierte sich - bedingt durch Automation und Digitalisierung - die Anzahl der Beschäftigten in den Katasterämtern kontinuierlich. Die Unabhängigkeit dauerte nur vier Jahre. 1996 entstand aus den vier Katasterämtern Delmenhorst, Wildeshausen, Oldenburg und Westerstede die übergeordnete Vermessungs- und Katasterbehörde Oldenburger Land innerhalb der niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung. Heute gehören beide Häuser zur Regionaldirektion Oldenburg-Cloppenburg des LGLNNun schließt das Katasteramt Delmenhorst endgültig und überlässt dem Katasteramt Wildeshausen die Bühne. Letzteres wird zukünftig Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Delmenhorst sowie der Gemeinde Ganderkesee und neuer Partner von Kommunen und Amtsgerichten in der Region sein. Auch die Zusammenarbeit der Vermessungs- und Katasterverwaltung mit Wohnungsbaugesellschaften, Unternehmen, Verbänden und Vereinen wird es uneingeschränkt fortsetzen. Digitalisierung und Onlinedienste machen dies möglich.
Zur Regionaldirektion Oldenburg-Cloppenburg des LGLN werden künftig noch fünf statt bisher sieben Katasterämter gehören. Der Standort Brake wurde bereits Ende Januar 2026 geschlossen und mit dem Katasteramt Oldenburg zusammengelegt. Die verbleibenden Katasterämter in Oldenburg, Cloppenburg, Vechta, Westerstede und Wildeshausen sind dann personell optimal ausgestattet und nehmen in ihren jeweiligen Regionen weiterhin wie gewohnt die gesetzlichen Daseins- und Versorgungsaufgaben des amtlichen Vermessungswesens wahr. Sie bieten unter anderem Vermessungsdienstleistungen an, zum Beispiel Gebäudeeinmessungen, Grundstücksteilungen, Grenzfeststellungen oder die Erstellung von amtlichen Lageplänen. Diese Dienstleistungen können jederzeit über Anträge im Niedersächsischen Antragssystem für Verwaltungsleistungen Online (NAVO) beauftragt werden. Über den Dienst Katasterkarten-online sind amtliche Kartenauszüge (z.B. für Kreditanträge, Bauvoranfragen, Immobilienkäufe oder Ortspläne) im Internet verfügbar. Aber auch für weiteren Aufgaben, wie zum Beispiel die Wertermittlung für Immobilien, Durchführung von Bodenordnungsverfahren in Kommunen oder die Bereitstellung und Dienstleistungen rund um Geobasisdaten, sind die verbleibenden Standorte für die Zukunft bestens gerüstet.
mailto:lgln-kommunikation@lgln.niedersachsen.de
www.lgln.de
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erstellt am:
11.02.2026