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erstellt am:
02.09.2026
Standortverlagerung zum 21. September 2026 sichert leistungsfähige Vermessungs- und Katasterverwaltung in der Region
Das Katasteramt Rinteln wird zum 21. September 2026 mit dem Katasteramt Hameln zusammengelegt. Grundlage ist ein Beschluss des Niedersächsischen Landeskabinetts aus dem vergangenen Jahr, mit dem landesweit 14 der bislang 53 Katasterämter des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) aufgelöst und mit anderen Standorten zusammengeführt werden. Ziel der Neustrukturierung ist es, die Leistungsfähigkeit der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung langfristig zu sichern und die verbleibenden Standorte zukunftsfest aufzustellen.
Ab dem 21. September 2026 werden alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Schaumburg durch das Katasteramt Hameln betreut. Dank fortschreitender Digitalisierung können sämtliche bislang standortgebundenen Aufgaben künftig vollständig am Standort Hameln bearbeitet werden.
Mit der organisatorischen Veränderung sind keine Personaleinsparungen oder Kündigungen verbunden. Die derzeit noch 24 Beschäftigten des Standorts Rinteln wechseln innerhalb der Regionaldirektion Hameln-Hannover an das Katasteramt Hameln. Dort werden nach kleineren Umbauarbeiten ausreichend räumliche Kapazitäten für die dann insgesamt 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung stehen.
Sämtliche Anfragen und Aufträge für den Landkreis Schaumburg werden ab dem 21. September 2026 durch das Katasteramt Hameln bearbeitet:
E-Mail: katasteramt-hm@lgln.niedersachsen.de
Fast 200 Jahre Katastergeschichte in Rinteln
Mit der Schließung des Katasteramtes endet ein bedeutendes Kapitel Verwaltungsgeschichte im Landkreis Schaumburg. Die Wurzeln der Dienststelle reichen nahezu 200 Jahre zurück. Sie gehört damit zu den ältesten Katasterdienststellen der Region und möglicherweise sogar Niedersachsens. Darauf verweist das „Stadtlexikon Rinteln“ von Ullrich Künkel (2001). Die Bezeichnung „Katasteramt“ wurde erstmals im Jahr 1870 offiziell eingeführt, als die Königliche Regierung zu Cassel verfügte, dass die bisherigen Steuer-Inspectionen in der preußischen Provinz Hessen-Nassau künftig den Namen „Königliche Katasterämter“ führen sollten. Im Laufe seiner Geschichte wechselte das Katasteramt mehrfach den Standort innerhalb Rintelns. Nach verschiedenen Stationen wurde die Dienststelle 1914 in der Hafenstraße 1 angesiedelt. 1932 folgte der Umzug in die Klosterstraße 27. Mit einem Neubau am Behördenhaus in der Breiten Straße 17 erhielt das Katasteramt 1955 schließlich seinen bis heute bestehenden Sitz.
Vom Wachstum zur Digitalisierung
Der Zuständigkeitsbereich des Katasteramtes Rinteln umfasste seit seiner Gründung weitgehend den heutigen Landkreis Schaumburg. Eine wesentliche Veränderung ergab sich erst durch die Landkreisreform 1976, als Hessisch Oldendorf dem Katasteramt Hameln zugeordnet wurde. Die Personalentwicklung spiegelt die Veränderungen im amtlichen Vermessungswesen wider: 1955 arbeiteten 21 Personen im Amt. Innerhalb von zehn Jahren wuchs die Belegschaft auf 50 Beschäftigte an. Nach der Eingliederung des Katasteramtes Bückeburg erreichte die Dienststelle zur Jahrtausendwende mit nahezu 100 Vermesserinnen und Vermessern ihren personellen Höchststand. Seitdem hat die fortschreitende Automatisierung und Digitalisierung vieler Arbeitsprozesse zu einem kontinuierlichen Rückgang der Beschäftigtenzahlen geführt. Mit der neuen Standortstruktur reagiert das LGLN auf diese Entwicklung und bündelt Kompetenzen an leistungsfähigen Standorten.
Teil einer landesweiten Neuorganisation
Am 18. September 2026 wird die Tür des Katasteramtes Rinteln letztmals geschlossen. Die Standortverlagerung ist Teil einer landesweiten Neuausrichtung der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung. Zur Regionaldirektion Hameln-Hannover des LGLN werden künftig noch drei statt bisher fünf Katasterämter gehören. Neben Rinteln wird auch der Standort Alfeld zum 1. Oktober 2026 geschlossen und mit dem Katasteramt Hildesheim zusammengelegt. Die verbleibenden Katasterämter in Hameln, Hannover und Hildesheim werden personell besonders stark ausgestattet und entwickeln sich zu regionalen Kompetenzzentren für die gesetzlichen Aufgaben des amtlichen Vermessungswesens.
Sie bieten unter anderem Vermessungsdienstleistungen an, zum Beispiel Gebäudeeinmessungen, Grundstücksteilungen, Grenzfeststellungen oder die Erstellung von amtlichen Lageplänen. Aber auch für weiteren Aufgaben, wie zum Beispiel die Wertermittlung für Immobilien, Durchführung von Bodenordnungsverfahren in Kommunen oder die Bereitstellung und Dienstleistungen rund um Geobasisdaten sind die Standorte gerüstet. Vermessungsdienstleistungen können jederzeit online über das Niedersächsische Antragssystem für Verwaltungsleistungen Online (NAVO) beauftragt werden. Zudem stehen über Katasterkarten-online amtliche Kartenauszüge beispielsweise für Kreditanträge, Bauvorhaben, Immobiliengeschäfte oder Ortsplanungen digital zur Verfügung.
Mit der Bündelung von Personal, Fachwissen und Infrastruktur schafft das LGLN die Voraussetzungen dafür, seine Leistungen auch künftig in hoher Qualität, effizient und bürgernah anzubieten. Gleichzeitig endet mit der Schließung des Katasteramtes Rinteln eine Institution, die den Landkreis Schaumburg über Generationen hinweg geprägt hat.
Ansprechperson für redaktionelle Anfragen:
mailto:lgln-kommunikation@lgln.niedersachsen.de
www.lgln.de
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erstellt am:
02.09.2026