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Katasteramt Alfeld schließt, Katasteramt Hildesheim übernimmt Aufgaben im Landkreis

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Standortverlagerung zum 1. Oktober 2026 sichert leistungsfähige Vermessungs- und Katasterverwaltung im Landkreis Hildesheim

Das Katasteramt Alfeld wird zum 1. Oktober 2026 mit dem Katasteramt Hildesheim zusammengelegt. Grundlage ist ein Beschluss des Niedersächsischen Landeskabinetts aus dem vergangenen Jahr, mit dem landesweit 14 der bislang 53 Katasterämter des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) aufgelöst und mit anderen Standorten zusammengeführt werden. Ziel der Neustrukturierung ist es, die Leistungsfähigkeit der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung langfristig zu sichern und die verbleibenden Standorte zukunftsfest aufzustellen.

Ab dem 1. Oktober 2026 werden alle Bürgerinnen und Bürger des gesamten Landkreises Hildesheim durch das Katasteramt Hildesheim betreut. Dank der fortschreitenden Digitalisierung können sämtliche bislang in Alfeld wahrgenommenen Aufgaben künftig vollständig am Standort Hildesheim bearbeitet werden.

Mit der organisatorischen Veränderung sind keine Personaleinsparungen oder Kündigungen verbunden. Die derzeit noch elf Beschäftigten des Standorts Alfeld wechseln innerhalb der Regionaldirektion Hameln-Hannover überwiegend nach Hildesheim oder nehmen Versetzungsangebote in Hameln beziehungsweise Hannover wahr. In Hildesheim werden nach kleineren Umbauarbeiten ausreichend räumliche Kapazitäten für die dann insgesamt 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung stehen.

Alle Anfragen und Aufträge für den gesamten Landkreis Hildesheim werden ab dem 1. Oktober 2026 durch das Katasteramt Hildesheim bearbeitet:

LGLN, Regionaldirektion Hameln-Hannover
Katasteramt Hildesheim
Postanschrift: Postfach 51 04 50, 30634 Hannover
Dienstgebäude: Langelinienwall 26, 31134 Hildesheim
Telefon: 05121 164-03
E-Mail: katasteramt-hi@lgln.niedersachsen.de

Über 140 Jahre Katastergeschichte in Alfeld

1885 wurde im Zuge der Kreisreform für die neuen Kreise Alfeld und Gronau das Katasteramt Alfeld eingerichtet. Nach einer nochmaligen Reform entstand knapp 20 Jahre später in Gronau noch ein zusätzliches Katasteramt zwecks besserer Ortsnähe, denn in weiträumigen Gebieten war der Amtsleiter manchmal wochenlang im Außendienst unterwegs. Heute kaum noch vorstellbar: Bis in die 1950er Jahre standen keine Dienstwagen zur Verfügung. Die Anreise zu Vermessungsterminen erfolgte mit der Bahn oder dem Fuhrwerk. Manchmal kam auch das Fahrrad zum Einsatz. Dabei wurden die Fluchtstangen (rot-weiße Vermessungsstangen) an der Fahrradstrebe befestigt, während das übrige Material im Rucksack transportiert wurde. Sprechtage waren am Freitag und Samstag.

1936 wurden die Katasterämter Alfeld und Gronau wieder vereinigt und der Standort Gronau geschlossen. Diese Struktur bestand 45 Jahre lang. 1981 wurde unter dem Leitgedanken „Ein Landkreis, ein Katasteramt“ die Führung der Katasterämter Alfeld und Hildesheim unter einem Behördenleiter mit Sitz in Hildesheim zusammengeführt, wobei beide Häuser aber weitgehend selbstständig agierten. Einige Jahre später wurde die Zusammenfassung kurzfristig wieder aufgegeben, bis im Jahre 1996 die Vermessungs- und Katasterbehörde Alfeld/Hildesheim mit Hauptsitz in Alfeld gegründet wurde. Es folgten noch einige Reformen, aber seit 2005 blieben die Katasterämter Alfeld, Hameln, Hildesheim und Rinteln in verschiedenen Konstrukten als Einheit zusammen. Bis 2014 ergänzte das Katasteramt Holzminden die Gruppierung, danach gehörte das Katasteramt Hannover zum Verbund.

In den Anfängen war das Katasteramt immer mit den Wohnungen der Amtsleiter verbunden und zog mit jedem Wechsel der Leitung an eine neue Adresse. Erst nach 1924 wurde vom Staat ein besonderes Büro in der Paulistraße 11 zur Verfügung gestellt. Weitere Adressen waren die Bahnhofstraße 3 und die Burgfreiheit 4 in Alfeld. 1966 folgte ein weiterer Umzug in die Ravenstraße 8 und 1995 konnte die bis heute gültige Adresse Neue Wiese 11 bezogen werden.

Vom Wachstum zur Digitalisierung

Die Personalentwicklung spiegelt die Veränderungen im amtlichen Vermessungswesen wider: Anfangs beschränkte es sich auf zwei Personen, den Amtsleiter und seinen Mitarbeiter. Erst nach 1920 wuchs die Belegschaft auf fünf Personen an und erhöhte sich im Laufe der Jahrzehnte kontinuierlich auf 35 Mitarbeitende im Jahr 1995. Seitdem haben die fortschreitende Automatisierung und Digitalisierung vieler Arbeitsprozesse zu einem kontinuierlichen Rückgang der Beschäftigtenzahlen geführt. Mit der neuen Standortstruktur reagiert das LGLN auf diese Entwicklung und bündelt Kompetenzen an leistungsfähigen Standorten.

Teil einer landesweiten Neuorganisation

Am 1. Oktober 2026 wird die Tür des Katasteramtes Alfeld letztmals geschlossen. Die Standortverlagerung ist Teil einer landesweiten Neuausrichtung der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung. Zur Regionaldirektion Hameln-Hannover des LGLN werden künftig noch drei statt bisher fünf Katasterämter gehören. Neben Alfeld wurde auch der Standort Rinteln Mitte September 2026 geschlossen und mit dem Katasteramt Hameln zusammengelegt. Die verbleibenden Katasterämter in Hameln, Hannover und Hildesheim werden personell besonders stark ausgestattet und entwickeln sich zu regionalen Kompetenzzentren für die gesetzlichen Aufgaben des amtlichen Vermessungswesens.

Sie bieten unter anderem Vermessungsdienstleistungen an, zum Beispiel Gebäudeeinmessungen, Grundstücksteilungen, Grenzfeststellungen oder die Erstellung von amtlichen Lageplänen. Aber auch für weiteren Aufgaben, wie zum Beispiel die Wertermittlung für Immobilien, Durchführung von Bodenordnungsverfahren in Kommunen oder die Bereitstellung und Dienstleistungen rund um Geobasisdaten sind die Standorte gerüstet. Vermessungsdienstleistungen können jederzeit online über das Niedersächsische Antragssystem für Verwaltungsleistungen Online (NAVO) beauftragt werden. Zudem stehen über Katasterkarten-online amtliche Kartenauszüge beispielsweise für Kreditanträge, Bauvorhaben, Immobiliengeschäfte oder Ortsplanungen digital zur Verfügung.

Mit der Bündelung von Personal, Fachwissen und Infrastruktur schafft das LGLN die Voraussetzungen dafür, seine Leistungen auch künftig in hoher Qualität, effizient und bürgernah anzubieten. Gleichzeitig endet mit der Schließung des Katasteramtes Alfeld eine Institution, die die Stadt Alfeld und den südlichen Landkreis Hildesheim über Generationen hinweg geprägt hat.

Ansprechperson für redaktionelle Anfragen:

Doris Henke
LGLN-Unternehmenskommunikation
Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN)
Podbielskistraße 331, 30659 Hannover
Tel.: +49 511 64609-384
Mobil: +49 176 62238204
mailto:lgln-kommunikation@lgln.niedersachsen.de
www.lgln.de


Artikel-Informationen

erstellt am:
16.09.2026

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