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SAPOS - Niedersachsen Bremen - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Stand: 01.10.2019
  1. Was ist SAPOS®?
  2. Was kostet die Nutzung von SAPOS® in Niedersachsen und Bremen?
  3. Wie melde ich mich für den Open Service SAPOS® in Niedersachen/Bremen an?
  4. Welche personenbezogenen Daten werden gespeichert?
  5. Zu welchen Zeiten ist der Dienst verfügbar? Welches sind die Angebot- und Servicezeiten des Open Service SAPOS®?
  6. Was bedeuten die SAPOS®-Dienste EPS, HEPS und GPPS? Wenn ich RTK nutzen möchte, was muss ich auswählen?
  7. Was bekomme ich als Ergebnis einer Messung? Wie genau kann ich mit SAPOS messen?
  8. Welche Satellitensysteme werden unterstützt?
  9. Wo kann ich SAPOS® nutzen?
  10. Wie kann ich die Echtzeit-Dienste SAPOS®-EPS und SAPOS®-HEPS über NTRIP nutzen?
  11. Wie kann ich den Postprocessing-Dienst SAPOS®-GPPS nutzen?
  12. Welches Equipment benötige ich zur Nutzung der Echtzeit-Dienste SAPOS®-EPS und SAPOS®-HEPS?
  13. Welches Equipment benötige ich zur Nutzung des Postprocessing-Dienstes SAPOS®-GPPS?
  14. Welche Datenmengen fallen bei der Nutzung der Echtzeit-Dienste an bzw. welches Datenvolumen benötige ich für meine Mobilfunkkarte?
  15. SAPOS® funktioniert nicht – Woran kann das liegen?

1. Was ist SAPOS®?

SAPOS® ist der Satellitenpositionierungsdienst der deutschen Landesvermessung. SAPOS® wird bundesweit flächendeckend und einheitlich unter Beachtung internationaler Standards angeboten (siehe SAPOS®-Produktdefinition unter www.adv-online.de). Jedes Bundesland betreibt dabei einen eigenen Dienst. Bitte beachten Sie die unterschiedlichen Gebührenordnungen in den Bundesländern.

SAPOS® ist ein „Korrekturdatendienst“, der GNSS-Geräten Daten zur Verfügung stellt, mit deren Hilfe genaue und amtlich referenzierte Positionen im Referenzsystem ETRS89 bestimmt werden können. Die Korrekturdaten werden dabei aus einem Netz von GNSS-Referenzstationen abgeleitet. Unter SAPOS® werden verschiedene Dienste zusammengefasst, die sowohl Positionierungsanwendungen in Echtzeit (SAPOS®-EPS und SAPOS®-HEPS) für Positionierung oder Absteckung im Feld, sowie im Postprocessing (SAPOS®-GPPS) für die nachträgliche Berechnung der Positionen im Büro, unterstützen. Die erreichbaren Genauigkeiten der SAPOS®-Dienste sind in der SAPOS®-Produktdefinition beschrieben.

2. Was kostet die Nutzung von SAPOS® in Niedersachsen und Bremen?

Das Land Niedersachsen und die Freie Hansestadt Bremen stellen die SAPOS®-Dienste ab dem 1. Oktober 2019 für alle Nutzergruppen (private und öffentliche Stellen) unentgeltlich zur Verfügung.

Bitte beachten Sie, dass die Nutzung der SAPOS®-Dienste in Niedersachen und Bremen für Kunden der Zentralen Stelle SAPOS® weiterhin kostenpflichtig abgerechnet wird. Für weitere Informationen hierzu wenden Sie sich bitte an die Zentrale Stelle SAPOS® (www.zentrale-stelle-sapos.de).

3. Wie melde ich mich für den Open Service SAPOS® in Niedersachen/Bremen an?

Sie können sich über das SAPOS®-Kundenportal Niedersachsen/Bremen für den Open Service SAPOS® als Kunde registrieren. Weitere Details zur Anmeldung finden Sie auch auf der Homepage des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachen unter https://www.lgln.niedersachsen.de/startseite/online_angebote_amp_services/webdienste/sapos/kundenregistrierung-180977.html.

Bei der Anmeldung können Sie zwischen den SAPOS®-Diensten HEPS und GPPS wählen. Sofern Sie den EPS nutzen möchten, wenden Sie sich bitte an den Kundenservice SAPOS® Niedersachsen/Bremen. Weitere Details zu den verschiedenen Diensten finden Sie auf der Homepage des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachen unter SAPOS®-Dienste.

Nach der erfolgreichen Anmeldung erhalten Sie Ihre Zugangsdaten (Benutzername und Passwort) für den gewählten SAPOS®-Dienst. Die Zugangsdaten dienen der Authentifizierung des Kunden bei Nutzung der Dienste.

Wenn Sie Fragen zur Registrierung haben, wenden Sie sich bitte an den Kundenservice SAPOS® Niedersachsen/Bremen.

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4. Welche personenbezogenen Daten werden gespeichert?

Zur Verarbeitung von Kundenanträgen und -aufträgen werden von dem Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen als Betreiber von SAPOS® Niedersachsen/Bremen folgende personenbezogenen Daten gemäß Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO verarbeitet:

  • Kundendaten: persönliche Kontaktangaben, wie Vor- und Nachname, ggf. Firma oder Dienststelle und E-Mail-Adresse, sowie Zugangsdaten
  • Zugriffsdaten: Die IP-Adresse zusammen mit Zeitraum und Inhalt des Abrufs, die übertragene Datenmenge und die Meldung, ob der Abruf erfolgreich war.

Die Verarbeitung personenbezogener Daten im Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen ist in der Datenschutzerklärung detailliert beschrieben.

5. Zu welchen Zeiten ist der Dienst verfügbar? Welches sind die Angebot- und Servicezeiten des Open Service SAPOS®?

Grundsätzlich sind die SAPOS®-Dienste rund um die Uhr verfügbar, d.h. 24 Stunden an 7 Tagen die Woche. Bitte beachten Sie jedoch, dass Störungen und Ausfälle nur zu unseren Servicezeiten behoben werden. Wartungen werden nach Möglichkeit außerhalb der Servicezeiten durchgeführt.

Servicezeiten von SAPOS® Niedersachsen/Bremen:

  • Mo-Do 08:00 - 16:00 Uhr und
  • Fr und vor Feiertagen 08:00 - 13:00 Uhr

Die SAPOS®-Kundenhotline (Tel.: 0511/64609-222) ist nur während der Servicezeiten erreichbar.

6. Was bedeuten die SAPOS®-Dienste EPS, HEPS und GPPS? Wenn ich RTK nutzen möchte, was muss ich auswählen?

Die SAPOS®-Dienste in Niedersachen und Bremen werden gemäß dem bundeseinheitlichen Standard der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder Bundesrepublik Deutschland (AdV) betrieben (siehe SAPOS®-Produktdefinition unter www.adv-online.de).

Es werden 3 verschiedene Dienste angeboten. Hierbei erhalten Sie Ihre Position

HEPS Hochpräziser Echtzeit-Positionierungs-Service

  • mit einer Genauigkeit von wenigen cm
  • in Echtzeit (RTK)
  • im ETRS89/DREF91 Realisierung 2016 (Lage und Höhe) und bei Verwendung der RTCM3-Transformationsnachricht im DHHN2016 (physikalische Höhe)

EPS Echtzeit Positionierungs-Service

  • mit einer Genauigkeit im Submeterbereich (abhängig von der Qualität des Endgerätes)
  • in Echtzeit

GPPS Geodätischer Postprocessing Positionierungs-Service

  • cm- bis mm-genau (abhängig von der Messdauer und der Auswertesoftware)
  • nach der Auswertung auf Ihrem Rechner

Weitere Details zu den verschiedenen Diensten finden Sie auf der Homepage des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachen unter SAPOS®-Dienste.

7. Was bekomme ich als Ergebnis einer Messung? Wie genau kann ich mit SAPOS messen?

Bei Nutzung der SAPOS®-Echtzeitdienste erhalten Sie Koordinaten im amtlichen, dreidimensionalen Bezugssystem ETRS89/DREF91 (Realisierung 2016). Um Koordinaten in den amtlichen Gebrauchshöhen- und Lage-Koordinatensystemen zu erhalten, sind grundsätzlich zusätzliche Transformationen und Umformungen erforderlich.

Mit den SAPOS®-Korrekturdaten werden standardmäßig Transformationsnachrichten für die Höhe übermittelt. Sofern Ihr GNSS-Empfänger die übermittelten Transformations-Nachrichten im RTCM-Format verarbeiten kann, erhalten Sie Normalhöhen im DHHN2016[i]. Zur Konfiguration und korrekten Verarbeitung der Transformations-Nachrichten in Ihrem GNSS-Empfänger wenden Sie sich bitte an den Support Ihres Geräteherstellers.

Welche Genauigkeit Sie bei Ihrer Messung erreichen ist abhängig von

  • der Anzahl der Satelliten,
  • der Satellitenkonstellation,
  • den atmosphärischen Bedingungen und
  • dem verwendeten SAPOS®-Dienst bzw. Messverfahren.

Bei guten Messbedingungen betragen die Genauigkeiten der SAPOS®-Dienste

  • HEPS: 1 - 2 cm Lagegenauigkeit und 2 - 3 cm Höhengenauigkeit
  • EPS: 30 – 80 cm Lagegenauigkeit und 50 cm - 1,5 m Höhengenauigkeit
  • GPPS: ≤ 1 cm Lagegenauigkeit und 1 - 2 cm Höhengenauigkeit

Bei der GNSS-Positionierung ist die Höhenkomponente geometriebedingt immer etwas ungenauer als die Lage, da unter dem Horizont keine Satellitensignale zu empfangen sind.

Die Spezifikationen der SAPOS®-Dienste sind der SAPOS®-Produktdefinition zu entnehmen, zu finden unter www.adv-online.de.

8. Welche Satellitensysteme werden unterstützt?

Derzeit werden Korrekturdaten für das US-amerikanische GPS und das russische GLONASS übertragen. Die Einbindung des europäischen Satellitensystems Galileo ist in Kürze geplant.

9. Wo kann ich SAPOS® nutzen?

SAPOS® wird bundesweit flächendeckend angeboten. Die SAPOS®-Dienste der Länder Niedersachsen und Bremen werden von dem Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen bereitgestellt. Mit der Registrierung als Kunde von SAPOS® Niedersachsen/Bremen sind Sie zur Nutzung der Dienste berechtigt. Die Nutzung ist allerdings auf die Landesflächen Niedersachsens und Bremens begrenzt.

Bitte beachten Sie, dass SAPOS® grundsätzlich flächendeckend angeboten wird, die Verfügbarkeit der SAPOS®-Dienste aber u.a. davon abhängt, ob der GNSS-Empfänger eine ausreichende Anzahl von Satelliten empfängt und eine Internetverbindung hat.

In Gebieten ohne Mobilfunkempfang können Sie den Postprocessing-Dienst SAPOS®-GPPS für Ihre Messungen verwenden. Wollen Sie in Gebieten ohne Mobilfunkempfang z.B. Absteckungen durchführen, so können Sie sich mit SAPOS®-GPPS einen Standpunkt für eine temporäre, eigene Referenzstation koordinieren.

10. Wie kann ich die Echtzeit-Dienste SAPOS®-EPS und SAPOS®-HEPS über NTRIP nutzen?

Bei den Echtzeitdiensten werden dem Nutzer zur Steigerung der Positionsgenauigkeit für die individuelle Nutzerposition Korrekturdaten im Format RTCM übertragen. RTCM bezeichnet ein international standardisiertes Datenformat zur Übertragung von Korrekturen für GNSS-Anwendungen. Die Korrekturdaten werden registrierten Nutzern in Echtzeit zur Verfügung gestellt.

Die SAPOS®-Dienste EPS und HEPS unterscheiden sich hinsichtlich der Inhalte und Formate der RTCM-Korrekturdaten. So werden beim SAPOS®-EPS ausschließlich Codekorrekturen im Format RTCM 2.3 übertragen, die eine Verbesserung der Genauigkeit bis in den Submeterbereich ermöglichen. SAPOS®-HEPS bietet Korrekturdaten im Format RTCM 3 an, die aus den Trägerphasenmessungen abgeleitet werden, und damit eine Genauigkeitssteigerung bis in den cm-Bereich ermöglichen.

Die Korrekturdaten werden in unterschiedlichen Vernetzungsrepräsentationen angeboten (VRS, MAC, FKP), wobei für die überwiegende Anzahl von Anwendungen die Vernetzungsrepräsentation VRS (Virtual Reference Station) zu empfehlen ist. Bei der Anmeldung wird Ihnen standardmäßig ein Zugang zu VRS-generierten Korrekturdaten bereitgestellt. Sofern Sie darüber hinaus Korrekturdaten in den Vernetzungsrepräsentationen MAC oder FKP benötigen, werden wir Sie hierzu gerne beraten.

Detaillierte Informationen zur Funktionsweise von SAPOS® und den Inhalten der Korrekturdatenströme sind in der SAPOS-Produktdefinition zu finden (siehe www.adv-online.de).

Die Sourcetable (tabellarische Übersicht) zu den Korrekturdatenströmen (Mountpoints) des Open Service SAPOS® finden Sie unter www.sapos-ni-ntrip.de:2101 (für Bestandskunden) und unter www.openservice-sapos.niedersachsen.de:2101 (für Neukunden ab dem 01.10.2019).

Die Übertragung der Korrekturdaten erfolgt über das Internet mit dem Verfahren NTRIP. NTRIP bezeichnet eine standardisierte Methode zur Übertragung von Korrekturdaten über das Internet. Weitere Informationen zu NTRIP finden sie auf der Internetseite des Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) unter http://igs.bkg.bund.de/ntrip/about. Das BKG bietet hier auch NTRIP-Client-Programme zum kostenlosen Download an. In den meisten geodätischen GNSS-Empfängern sind NTRIP-Client-Programme standardmäßig verbaut.

Die Kommunikation über NTRIP erfolgt in beide Richtungen. Sie wählen sich mit Ihrem GNSS-Empfänger auf dem jeweiligen Mountpoint ein, der GNSS-Empfänger überträgt zunächst seine Näherungskoordinate im Format NMEA an die SAPOS®-Zentrale. Anhand dieser Näherungskoordinate werden für Sie individuelle Korrekturdaten berechnet und via NTRIP an Ihren GNSS-Empfänger übertragen. Ihr GNSS-Empfänger verwendet diese Korrekturdaten zur Verbesserung seiner Positionslösung. Die Initialisierung zu Beginn einer Messreihe kann einige Sekunden dauern.

11. Wie kann ich den Postprocessing-Dienst SAPOS®-GPPS nutzen?

Bei einer Auswertung von GNSS-Messdaten im Nachgang zur Messung spricht man von Postprocessing. Mit diesem Berechnungsverfahren lassen sich je nach Messdauer und Auswertesoftware Genauigkeiten im Bereich von wenigen mm bis cm erzielen.

Hierfür zeichnet der Kunde seine GNSS-Messdaten im Feld auf. Der Postprocessing-Dienst SAPOS®-GPPS stellt dem Kunden zu seiner Messung Beobachtungsdaten von einzelnen SAPOS®-Referenzstationen oder einer virtuellen Referenzstation zur Verfügung. Der Kunde wertet diese Daten gemeinsam im Nachgang zur Messung in eigenen Auswerteprogrammen aus. Bitte beachten Sie, dass SAPOS® Niedersachsen/Bremen keinen technischen Support zu Ihrem Auswerteprogramm leistet. Wenden Sie sich hierzu bitte an Ihren Softwarehersteller.

Die GNSS-Beobachtungsdaten werden im international standardisierten Datenformat RINEX in der Version 2.11 bereitgestellt. Weitere Informationen und Beschreibungen der RINEX-Formate finden Sie auf der Internetseite des International GNSS Service (IGS) unter https://kb.igs.org/hc/en-us/articles/201096516-IGS-Formats.

Für die Länder Niedersachsen und Bremen werden RINEX-Daten online über einen Webdienst bereitgestellt. Die Nutzung des Webdienstes steht registrierten Kunden offen. Weitere Details zur Nutzung des Webdienstes finden Sie auch auf der Homepage des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachen unter https://www.lgln.niedersachsen.de/startseite/online_angebote_amp_services/webdienste/sapos/postprocessing-dienst-gpps-181054.html.

Die RINEX-Daten der Referenzstationen stehen jeweils ca. 90 Minuten nach jeder vollen Stunden für 30 Tage zur Verfügung. Die Nutzung ist auf die Landesflächen Niedersachsen und Bremens beschränkt, d.h. außerhalb liegende Referenzstationen können nicht über diesen Webdienst bezogen werden. Informationen zum SAPOS®-GPPS der übrigen Bundesländer finden Sie im Internet unter www.sapos.de. Bitte beachten Sie die unterschiedlichen Gebührenordnungen in den Bundesländern.

Der Kunde meldet sich mit seinen Zugangsdaten (Benutzername, Passwort) für den Webdienst SAPOS®-GPPS Niedersachsen/Bremen an. Im Rahmen des Bestellvorgangs wählt der Kunde SAPOS®-Referenzstationen aus oder gibt die Koordinate der gewünschten virtuellen Referenzstation an. Zusätzlich werden Angaben benötigt u.a. zur Datenrate (1 Sekunde oder größer), dem Beobachtungszeitraum und der Komprimierungsart. Mit diesen Angaben werden die Daten individuell aufbereitet und innerhalb weniger Minuten zum Download bereitgestellt.

Es empfiehlt sich, RINEX-Daten zeitnah zu Ihrer Messung abzurufen, da RINEX-Daten nur für ca. 30 Tage über den Webdienst verfügbar sind. Die GNSS-Beobachtungsdaten der SAPOS®-Referenzstationen werden allerdings langfristig archiviert, sodass wir Ihnen auch ältere RINEX-Daten auf Anfrage zur Verfügung stellen können. Richten Sie hierzu bitte Ihre Anfrage per E-Mail an den Kundenservice SAPOS® Niedersachsen/Bremen. Bitte beachten Sie, dass die Bearbeitung Ihrer Anfrage wenige Tage in Anspruch nehmen kann.

12. Welches Equipment benötige ich zur Nutzung der Echtzeit-Dienste SAPOS®-EPS und SAPOS®-HEPS?

Zur Nutzung der Echtzeitdienste SAPOS®-HEPS und SAPOS®-EPS benötigen Sie einen RTK-fähigen GNSS-Empfänger (GNSS-Rover) mit zugehöriger GNSS-Antenne, der in der Lage ist

  • seine Näherungsposition im NMEA[2]-Format an die SAPOS®-Zentrale zu senden und
  • Korrekturdaten im RTCM[3]-Format (RTCM V2.3, RTCM V3.1) zu empfangen und zu verarbeiten.

Grundsätzlich kommt hierfür auch ein Mobiltelefon in Frage, sofern es die technischen Voraussetzungen erfüllt. Lowcost Einfrequenz-Empfänger (Code-Empfänger) eignen sich nur für den SAPOS®-EPS.

Die Korrekturdaten werden ausschließlich über das Internet mit der Übertragungstechnik NTRIP[iii] übertragen. Daher benötigen Sie zum Empfang der Korrekturdaten in Ihrem GNSS-Empfänger – entweder integriert oder extern – ein Mobilfunkmodem einschließlich einer Mobilfunkkarte, die es ermöglicht mobile Daten über GPRS, UMTS oder LTE zu empfangen.

Der GNSS-Empfänger muss zusätzlich mit einem NTRIP-Client-Programm ausgestattet sein. Dieses Programm wird benötigt für den Datenaustausch und die Weiterverarbeitung der Korrekturdaten. In den meisten geodätischen GNSS-Empfängern sind NTRIP-Client-Programme standardmäßig verbaut. Bei der Installation eines NTRIP-Client-Programms auf einem Mobiltelefon sind die Hard- und Softwarevoraussetzungen zu beachten.

13. Welches Equipment benötige ich zur Nutzung des Postprocessing-Dienstes SAPOS®-GPPS?

Zur Nutzung des SAPOS®-GPPS benötigen Sie

  • einen GNSS-Empfänger mit zugehöriger GNSS-Antenne, der GNSS-Beobachtungen im RINEX-Format intern aufzeichnen kann,
  • eine GNSS-Auswertesoftware und
  • Internetzugang zum Download der RINEX Daten (im Nachgang zur Messung).

14. Welche Datenmengen fallen bei der Nutzung der Echtzeit-Dienste an bzw. welches Datenvolumen benötige ich für meine Mobilfunkkarte?

Bei der Übertragung der Korrekturdaten via Internet (NTRIP-Verfahren) variiert das Datenvolumen im Mobilfunknetz und liegt bei etwa 1 bis 3 MB/Stunde.

Das Datenvolumen ist u.a. abhängig

  • von der Anzahl der empfangenen Satelliten
  • von der Anwendung, d.h. ob viele kurze Internetverbindungen aufgebaut werden müssen oder ob lange Verbindungen aufrechterhalten werden
  • von den Protokollen des Mobilfunkanbieters zum Aufbau und zur Aufrechterhaltung der Internetverbindung
  • von den Abrechnungseinheiten des Mobilfunkanbieters
  • von dem verwendeten RTCM-Format der SAPOS®-Korrekturdaten
  • vom Dateninhalt (VRS, MAC, FKP)

Bei der Auswahl des Mobilfunkanbieters für die Mobilfunkkarte sind Sie völlig frei. Die SAPOS®-Echtzeitdienste können grundsätzlich mit allen beliebigen Datentarifen der Mobilfunkanbieter verwendet werden. Zur Übertragung der Korrekturdaten via Internet (NTRIP-Verfahren) kann jeder beliebige mobile Internetzugang (GPRS/UMTS/LTE) im Feld verwendet werden. Bei der Auswahl eines Mobilfunkanbieters sind lediglich die unterschiedlichen Netzverfügbarkeiten in Ihrem Messgebiet zu beachten.

15. SAPOS funktioniert nicht – Woran kann das liegen?

Störungen der SAPOS®-Echtzeitdienste können sowohl Nutzer- als auch Betreiberseitige Ursachen haben.

Nutzerseite:

  • Die Schnittstellen in Ihrem Satellitenempfänger sind fehlerhaft konfiguriert.
  • Es handelt sich um einen Bedienungsfehler auf Nutzerseite, z.B. Stromversorgung des Mobiltelefons unterbrochen, Kabelverbindungen fehlerhaft oder defekt, Bluetooth-Verbindungen funktionieren nicht fehlerfrei.
  • Es treten Abschattungen der Satellitensignale im Messgebiet auf, z.B. durch Gebäude, Fahrzeuge oder Vegetation.
  • Der Mobilfunkempfang ist aufgrund der lückenhaften Mobilfunk-Netzabdeckung, Störungen oder aufgrund von topographischen Gegebenheiten gestört oder nicht vorhanden.

Bitte prüfen Sie immer zuerst Ihren GNSS-Empfänger, den Messaufbau und Ihre Internetverbindung, um nutzerseitige Ursachen auszuschließen. Bei technischen Problemen mit Ihrem GNSS-Empfänger wenden Sie sich bitte an Ihren Gerätehersteller bzw. Vertriebspartner. Störungen im Mobilfunkempfang sowie die Netzabdeckung können Sie auf den Internetseiten der Mobilfunkanbieter abrufen. Zu den technischen Problemen auf Nutzerseite leisten wir grundsätzlich keinen Support.

Betreiberseite:

  • Hier kann es in sehr seltenen Fällen zum Ausfall der SAPOS®-Vernetzung oder Telekommunikation kommen.

Die SAPOS®-Infrastruktur auf Seite des Betreibers ist weitestgehend redundant ausgelegt und wird nach dem Stand der Technik betrieben. Ausfälle einzelner Stationen werden von der Vernetzungssoftware in der Regel kompensiert. Für den Nutzer bedeutet das, dass sein Rover automatisch einer neuen Bezugsstation zugeordnet wird (jene SAPOS®-Referenzstation, die der virtuellen Referenzstation am nächsten liegt).

Falls es zu Störungen oder Ausfällen kommt, stellen wir hierzu Statusmeldungen auf unserer Internetseite www.sapos.niedersachsen.de ein und informieren die betroffenen Kunden mit einem Newsletter per E-Mail. Nach Möglichkeit führen wir planmäßige Wartungen außerhalb unserer Servicezeiten durch.


[1] Deutsches Haupthöhennetz 2016

[2]National Marine Electronics Association

[3] Radio Technical Commission for Maritime Services

[4] Networked Transport of RTCM via Internet Protocol



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